„O mein Gott!“

Diesen Ausruf geben besonders Frauen von sich, entweder, wenn sie etwas besonders Ergreifendes, Bewegendes mit ihren Sinnen wahrnehmen, oder, wenn sie etwas Furchtbares erleben oder sich in Lebensgefahr wähnen.

Mit einer Ausnahme.

Wenn Herr Schobermann zum Beispiel im Gespräch über das Thema „Ordnung halten“ beiläufig schamlos und unverblümt erklärte, er hätte seine Wäsche seit 20 Jahren nicht mehr gebügelt, hielt seine fünfundsiebzigjährige, kultivierte und schöngeistige Nachbarin ihre Hände vors Gesicht und rief: „O Gottogottogott!“

 

Bei höchster Gefahr rufen wohl alle Menschen in der Welt die spätestens jetzt anerkannte höhere Macht an. So hat Herr Schobermann es bei Flieger-Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg im Luftschutzkeller mit anderen zusammen erlebt.

 

Aber auch an anderer Stelle zu anderen Zeiten hat er erfahren, wie Gott lobgepriesen wird.

Von vielen Liedern in Oper, Operette und Schlager einmal abgesehen, in denen bei Liebes -erlebnissen junger Paare der „Grundgütige“ angerufen wird, weiß er inzwischen, dass es sich leichter lebt und liebt, „wenn Gott dabei sein darf“.

 

Herr Schobermann wunderte sich nicht, wenn „danach“ die liebende Frau das obligate „Was denkst du jetzt?“ von sich gab.

Als junger, unerfahrener Mann dachte er nach dieser gestellten Frage an gar nichts, rollte sich auf die andere Seite und schlief ein.

Am Schluss, egal, ob beim echten oder gespielten Höhepunkt, sagte die Frau stets: „O mein Gott!“

 

Was und wo auch immer:

Gott ist überall erlaubt, gefordert und zum Teil auch nötig, egal, was auch immer der Einzelne unter ihm versteht. Eine fantastische „Hilfestellung“ bietet Gott in eines jeden Fantasie.

 

Solange der Name Gottes für politische Zwecke in weniger ausgeprägten Demokratien nicht missbraucht wird, müssen Menschen sich nicht über die Existenz und „Bedienung“ Gottes streiten!

 

E i n e Frage müssten sich eigentlich die Menschen in allen Epochen wie jetzt gestellt haben:

 

„Will Gott überhaupt noch, dass man ihn mit seinem Namen ‚Gott‘ anredet?“

 

Bedingt durch die verheerende Corona-Pandemie sagen besonders Gläubige zu Herrn Schobermann:

„Gott straft uns Menschen! Das haben wir mal verdient!

Er will uns einen Fingerzeig geben!“

 

Der so Angeredete mag nicht das Gegenteil behaupten, obwohl ihm immer schon die e i n e Antwort auf der Zunge lag:

„Gott schlägt den rechten Arm nach hinten über die rechte Schulter , wenn er Rechtshänder sein sollte, und sagt:

„Was soll‘s! Den Versuch war‘s wert! Hat eben mit der Eigenverantwortung der Menschen nicht geklappt! Es gibt wieder eine neue Evolution!“

 

Im Hotel Steigenberger in Bad Kreuznach 1956  trafen sich  anlässlich der Gründung der Montanunion, der Vorläuferin der späteren EWG und noch späteren EG und EU, Konrad Adenauer und Charles de Gaulle. Sie legten beide als Versöhnungsgeste „ihr“ Rosenbeet im Garten des Hotels an. Eine Bronzetafel dort bezeugt das.

Beide waren bekannt als Rosenzüchter und -liebhaber.

 

Herr Schobermann erfuhr später die wahre Episode vom Steigenberger-Personal bei einem Besuch in Bad Kreuznach. Der Zufall wollte es, dass Brigitte Bardot, damals beliebteste Schauspielerin in Ost und West, auch gerade in diesem Hotel wohnte.

Beim Öffnen einer Doppel-Schiebetür prallte sie mit dem viel größeren De Gaulle zusammen. Sie erschrak und sagte:

„O mon dieu!“

Gütigen Blickes schaute De Gaulle auf sie, strich ihr über die Schulter und erwiderte:

„Aber liebes Kind, es genügt völlig, wenn Sie „Mon General“ zu mir sagen!“

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